Den Mooer F15i habe ich zusammen mit dem Mooer Footswitch F4, der eine sinnvolle Ergänzung darstellt (siehe meine dortige Bewertung), erworben. Der F15i ist fast schon eine eierlegende Vollmilch-mini-sau.
Nach dem letzten Firmwareupdate verfügt der F15i sogar über eine AI-Funktionalität:
Nachdem man in der iAmp-App (bei mir: Android) den AI-Button angeklickt hat, wird man gefragt, welchen neuen Sound man gerne installieren möchte („Tell me what you want“). Wenn man seinen Wunsch per Freitext eingegeben hat (z. B. Rock mit viel/wenig Gain, oder Heavy Metal, oder Bandname und Song, oder … oder …), dauert es ein paar Sekunden, bis man drei Vorschläge erhält, die man direkt mit der Gitarre ausprobieren und bei Bedarf auf einem (freien) Presetplatz speichern und dort, falls gewünscht, auch noch verändern kann. Ist nichts Passendes dabei, kann man per Klick auf Deep Generate drei neue Vorschläge anfordern und ausprobieren und ggf. speichern. Völlig irre! Die Vorschläge sind zwar nicht immer perfekt, teilweise sind sie auch reif für die Tonne, aber irgendetwas Brauchbares ist fast immer dabei, so dass man eine gute Basis erhält, mit der man etwas anfangen kann. Und wenn nicht: einfach die gleiche oder eine abgewandelte Suche erneut starten, denn dann erhalt man andere Vorschläge, die bei der ersten Suche noch nicht dabei waren.
Ich vermute, dass die Sound-Vorschläge aus der Mooer-Cloud-Datenbank generiert werden, die auch mit der iAmp-App geöffnet werden kann und in der angeblich tausende Presets zum Download bereitstehen. Da die Presets in dieser Cloud aus meiner Erfahrung in keiner Weise sortiert und gute Presets über die Suchfunktion deshalb nur schwer zu finden sind, kommt die AI-Suche in der App wie gerufen.
Ansonsten kann ich mich den bisher vorliegenden guten Bewertungen nur anschließen:
Einfache Handhabung, guter Sound, sehr kompakt und damit äußerst mobil. Und das Ganze für 159,00 Euro. Bin jetzt schon gespannt, was in ein / zwei Jahren alles so auf den Markt geworfen wird …
Ich benutze den F15i ausschließlich zu Hause zum Üben und habe ihn über die beiden Audio-Ausgänge an zwei Studiomonitore angeschlossen, was den Sound natürlich noch weiter verbessert. Aber auch ohne angeschlossene Studiomonitore ist der Sound dieser kleinen Kiste schon erstaunlich gut und nach meinem Geschmack sicher mehr als nur ausreichend. Zwar werden bei Nutzung der beiden Audioausgänge die eigenen Lautsprecher des F15i geräteseitig nicht abgeschaltet, aber für Leute, die das stört, gibt es einen Tipp: einfach zusätzlich einen 3,5 mm Klinkenstecker in die Kopfhörerbuchse stecken (bei mir lag noch ein Adapter 3,5 mm auf 6,3 mm in der Schublade), dann hört man vom F15i keinen Mucks mehr, sondern nur noch die Boxen, die an den Audioausgängen des F15i angeschlossen sind.
Aus meiner Sicht ist die Anzahl von 55 Amps, die einem zur Bildung eines eigenen Sounds angeboten werden, einfach viel zu hoch, weil das Ganze dann sehr unübersichtlich wird. Für meinen Geschmack hätte eine Handvoll davon ausgereicht, denn mehr braucht man kaum, um die gewünschten Sounds, mit denen man üben möchte, bilden zu können.
Die zum Lieferumfang gehörende Bedienungsanleitung fällt zwar äußerst dürftig aus, aber es wird im Netz eine sehr ausführliche Bedienungsanleitung zum PDF-Download angeboten (59 Seiten): Einfach mal mit den Begriffen „Mooer F15i Benutzerhandbuch“ googeln, dann wird man fündig.
Fazit für Gitarristen, die noch einen Übungsamp suchen:
Absolute Kaufempfehlung.