Der Behringer Waves ist für mich ein sehr vielseitiger Funktionsgenerator mit enorm vielen Möglichkeiten, der allerdings etwas überbewertet sein kann – zumindest wenn man ihn als direkten „Soundmacher“ betrachtet. Seine Stärke liegt klar im Bereich Modulation, komplexe Hüllkurven, LFO-Strukturen und experimentelle Steuerfunktionen.
Gerade in modularen Setups kann das Modul sehr viel Bewegung und Leben in Patches bringen. Es eignet sich hervorragend für sich entwickelnde Modulationen, rhythmische Veränderungen oder generative Strukturen. Wer sich mit Funktionsgeneratoren beschäftigt oder komplexere Modulationsnetzwerke aufbauen möchte, bekommt hier ein extrem leistungsfähiges Werkzeug.
Allerdings ist das Modul nicht sofort selbsterklärend. Viele Funktionen erschließen sich erst nach längerer Beschäftigung, und ich habe das Gefühl, dass ich selbst noch nicht das komplette Potenzial ausgeschöpft habe. Gerade Einsteiger könnten hier etwas Einarbeitungszeit brauchen.
Klanglich beziehungsweise kreativ ist Waves eher ein Werkzeug als ein klassisches Soundmodul. Wer gezielt nach neuen Klangquellen sucht, wird hier nicht unbedingt sofort fündig, sondern eher nach indirekten Möglichkeiten zur Klangformung.
Der größte Pluspunkt bleibt für mich der Preis. Für unter 100 € bekommt man hier eine Funktionsdichte, die normalerweise deutlich teurer ist. Selbst wenn man nur einen Teil der Möglichkeiten nutzt, ist das Preis-Leistungs-Verhältnis außergewöhnlich gut.
Insgesamt ein sehr mächtiges Utility-Modul mit großem kreativen Potenzial, das sich besonders für Nutzer eignet, die gerne experimentieren und sich in komplexere Modulationsstrukturen einarbeiten möchten.