Ich habe die Erithacus CX Carbon MT (oder auch in 34.0) über längere Zeit auf mehreren Konzert- und Flamencogitarren gespielt. Verarbeitung, Stimmstabilität, Intonation und Haltbarkeit sind auf sehr hohem Niveau. Sustain und Projektion sind beeindruckend – technisch klar Oberklasse.
Der erste Eindruck ist spektakulär: groß und kraftvoll. Die Diskante sind durchsetzungsfähig, aber nicht überbrillant, die Bässe tragen stark. Der Klang wirkt sofort „konzertreif“ – ein moderner, energetischer Sound mit viel Volumen.
Mit etwas Abstand empfinde ich genau das jedoch auch als Einschränkung. Die Saiten setzen klanglich eine starke eigene Signatur. Unterschiedliche Gitarren behalten zwar ihren Charakter, werden aber in eine ähnliche klangliche Richtung geschoben. Das Ergebnis ist ein gewisser Einheitsklang, der schnell beeindruckt und von manchen Seiten als eine Art Referenz vermittelt wird, aber leider weniger Raum für feine Farbnuancen lässt.
Subtiles, leises Spiel wird vergleichsweise wenig belohnt. Die Lautstärke lässt sich gut kontrollieren, die klangliche Formbarkeit im Pianissimo ist jedoch begrenzt. Wer stark nuancen- und farborientiert arbeitet, stößt hier schneller an Grenzen.
Für Bühne, größere Räume oder maximale Projektion sind sie hervorragend geeignet. Wer hingegen das individuelle Farbspektrum einer Gitarre ausloten und im leisen Bereich gestalten möchte, findet sensiblere Alternativen.
Fazit: Hochwertige, leistungsstarke Saiten mit großem, modernem Klangbild – für mein Verständnis jedoch eher effektvoll als wirklich differenziert.